Lebenslauf
- Geboren am 30. 3. 1948 in Neuss am Rhein
- Schulbesuch bis zum Abitur in der gleichen Stadt
- Beginn des Studium 1969 in den Fächern Erziehungswissenschaft und Psychologie an der Universität Hamburg; Abschluss mit der ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Volks- und Realschulen 1972
- Aufbaustudium in Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie; Abschluss mit einer Promotion zum Thema: "Lernprozessorientiertes Lehren" 1977 Vorbereitungsdienst/Referendariat 1975 - 1977
- Lehrer an einer Haupt- und Realschule in Hamburg bis 1982
- Hochschulassistent am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg 1982 - 1988
- Akademischer Rat am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Leiter des Zentrums für Schulpraxis 1988 - 1997
- Hochschullehrer am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg: Erziehungswissenschaft, Pädagogik der Sekundarstufen, Schwerpunkt Schulentwicklungsforschung seit 1997
Forschungsprojekte
drittmittelfinanziert durch DFG, Ministerien, EU Mittel oder Stiftungen.
2008 – 2013 Leitung der Wissenschaftlichen Begleitung der Pilotphase Gemeinschaftsschulen Berlin (gemeinsam mit Dr. Christoph Emminghaus, Ramböll Management, Berlin und Hamburg) Förderumfang ca. € 650.000
Gegenstand des Projekts ist die prozessbegleitende und ergebnissichernde wissenschaftliche Begleitung der Pilotphase Gemeinschaftsschule im Land Berlin. Gemeinschaftsschulen sind Schulen, in denen Kinder und Jugendliche von der 1. Bis zur 10. Klasse bzw. bis zum Abitur gemeinsam mit und voneinander lernen. Ziel der neuen Schulform ist mehr Chancengleichheit und -gerechtigkeit durch längeres gemeinsames Lernen und eine optimale Förderung der individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Schüler. Die Vermeidung von äußerer Differenzierung in Leistungsgruppen erfordert einen neuen und professionellen Umgang mit Heterogenität. Eine solche Lernkultur zu entwickeln ist das gemeinsame Ziel aller Beteiligten. Beteiligt sind seit 2008 zunächst 11 Schulen bzw. Schulverbünde, seit 2009 14 Schulen.
Die wissenschaftliche Begleitung soll dabei als primär formative Evaluation fungieren und gleichzeitig ein steuerndes Element in der Entwicklung und Implementierung der Gemeinschaftsschule darstellen. Die wissenschaftliche Begleitung umfasst eine Phase der Ist-Analyse der Rahmenbedingungen sowie der Schul- und Unterrichtsorganisation, eine Phase der prozessbegleitenden Beobachtung und Innovationsberatung sowie schließlich eine weitere, in der der Fokus auf ergebnisorientierter Dokumentation und Berichtserstattung liegt.
Die wissenschaftliche Begleitung untersucht u.a. die folgenden Aspekte und Fragen: - die Rahmenbedingungen der Pilotschulen, - die Unterstützungsformen und die Fortbildung, - die Gestaltung von Lernen und Unterricht, - die Entwicklung des Schulklimas, - das Management und die Organisation von Schulen und Unterricht, - die Entwicklung der schulischen Leistungen, - die Schulwahlmotive und Entscheidungspräferenzen der Eltern, - die Transfermöglichkeiten auf das gesamte Schulsystem.
Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Begleitung ist eine Ist-Analyse. Die zentrale Untersuchung erfolgt in drei Evaluationszyklen. Jeder Zyklus beinhaltet dabei jeweils quantitative Befragungen von Schüler/innen, Lehrkräften und Eltern aller teilnehmenden Pilotschulen sowie die Durchführung von Fallstudien an ausgewählten Pilotschulen.
Die wissenschaftliche Begleitung wird ergänzt durch eine Erhebung der Lernausgangslagen und der Lernentwicklungen, durchgeführt in Kooperation mit Herrn Dr. Poerschke, dem Leiter der Abteilung Qualitätsentwicklung und Standardsicherung (LIQ) am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI), Hamburg.
Bislang veröffentlichte Berichte aus 2009 und 2010 sind hier abrufbar:
Erster Zwischenbericht / Zweiter Zwischenbericht
2002 – 2008 Leitung von zwei Teilprojekten im Rahmen des DFG Graduiertenkollegs Bildungsgangforschung
Teilprojekt 1 von 2002 bis 2005 (gemeinsam mit Prof. Bos und Prof. Combe) hatte den Schwerpunkt in der Untersuchung von Instrumenten zur Förderung des selbstregulierten und eigenständigen Lernens; evaluiert wurde u.a. der Einsatz von Kompetenzrastern und Lerntagebüchern im individualisierten Fachunterricht der Sekundarstufe II.
Dazu veröffentlichte Arbeit:
Merziger, Petra: Entwicklung selbstregulierten Lernens im Fachunterricht: Lerntagebücher und Kompetenzraster in der gymnasialen Oberstufe. Opladen 2007, 368 S. (eine in diesem Rahmen betreute Promotion)
Teilprojekt 2 von 2006 bis 2008 (gemeinsam mit Prof. Combe und Prof. Mielke) hat den Schwerpunkt in der Untersuchung der Entwicklungsprozesse von Lehrer(inne)n und Schüler(inne)n in individualisierten und altersgemischten Lernsettings in der Sekundarstufe I. Evaluiert wurden u.a. die Erfahrungen von Lehrerinnen und Lehrern mit individualisierten Lernarrangements sowie die Entwicklung des Selbstkonzepts von Schülerinnen und Schülern in altersgemischten Lerngruppen der Sekundarstufe I.
Dazu veröffentlichte Arbeiten:
Maike Krätzschmar
Selbstkonzepte in altersgemischten Lerngruppen
Eine Längsschnittstudie mit Kontrollgruppen in der Sekundarstufe.
Münster 2010, Reihe Empirische Erziehungswissenschaft
Miriam Hellrung
Lehrerhandeln im individualisierten Unterricht
Entwicklungsaufgaben und ihre Bewältigung
Opladen 2011, Reihe: Studien zur Bildungsgangforschung
2003 – 2005 Evaluation eines KMK Schulversuchs zum Thema: Arbeiten und Lernen in Schule und Betrieb. Kompetenzentwicklung von Schülern und Professionalisierung von Lehrern (gemeinsam mit Prof. Combe) Förderumfang ca. € 140.000,-
In diesem Schulbegleitforschungsprojekt wurde erstmals eine intensive Lernortkooperation von Schulen und Betrieben in einer besonders intensiven Variante evaluiert: Die Schüler arbeiteten zwei ganze Tage pro woche in einem Betrieb und drei Tage in der Schule – und das in der Regel über zwei Schuljahre. Untersucht wurden u.a. die Entwicklung der Selbstregulation und der Lernmotivation, die Entwicklung der Berufsorientierung, die Fachleistungen in den Kernfächern, die Gestaltung der Übergänge zwischen Schule und Betrieb sowie die langfristigen Erfolge in einer Absolventenstudie.
Bastian, Johannes/Combe, Arno/Hellmer, Julia/Wazinki, Elisabeth: Zwei Tage Betrieb – drei Tage Schule. Kompetenzentwicklung in der Lernortkooperation an Allgemeinbildenden Schulen. Bad Heilbrunn 2007.
Hellmer, Julia: Schule und Betrieb. Lernen in der Kooperation. Wiesbaden 2007. 282 S. (Studien zur Bildungsgangforschung; 11) (eine in diesem Projekt betreute Promotion).
Bastian, Johannes, Combe, Arno, Hellmer, Julia: Evaluation von Bildungspotentialen einer Lernortkooperation. Begleitforschung im Schulversuch „Arbeiten und Lernen in Schule und Betrieb“ In: Solzbacher, Claudia/Minderop, Dorothea (Hg.): Bildungsnetzwerke und Regionale Bildungslandschaften. Ziele, Konzepte, Aufgaben und Prozesse, München 2007, S. 281 - 292
2001 und 2002 Vorabevaluation und Abschlussevaluation des Projekts „Schule & Co.“
gemeinsam mit Prof. Hans-Günter Rolff, Univ. Dortmund
Die Evaluationen überprüfen den Stand der Schulentwicklung sowie die Entwicklung regionaler Bildungslandschaften und deren Rückwirkungen auf Schule und Unterricht. Überprüft werden damit die Effekte des derzeit größten Schulentwicklungsprojekts mit zunächst 54 und am Ende etwa 100 Schulen nach 6 Jahren Laufzeit (1997 – 2002). Zentral für das Projekt war die Idee, dass die Entwicklung des Unterrichts und des eigenverantwortlichen Arbeitens von Schülerinnen und Schülern der entscheidende Bezugspunkt von Schulentwicklung sein müssen. Durchgeführt wurde das Projekt von der Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW in den Modellregionen Kreis Herford und Stadt Leverkusen. Basis der Evaluation waren u.a. eine Befragung der Schulleitungen und der Steuergruppen, eine Befragung der Schülerinnen, eine Analyse der Abschlussberichte der Schulen sowie Dokumentenanalysen und Befragungen an ausgewählten Schulen.
Bastian, Johannes; Rolff, Hans-Günter: Vorabevaluation des Projekts „Schule & Co.“ c/o Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2001 (59 Seiten).
Bastian, Johannes; Rolff, Hans-Günter: Abschlussevaluation des Projekts „Schule & Co.“ c/o Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2002 (64 Seiten) unter www.schule-und-co.de.
2000 – 2003 Evaluation des Projekts: Schülerrückmeldung im Unterricht (gemeinsam mit Prof. Combe) Förderumfang ca. € 80.000,-
In diesem Schulbegleitforschungsprojekt wurden die Entwicklung, Erprobung und Implementation von Prozessen der Schülerrückmeldung als Instrument der Unterrichts- und Schulentwicklung in den Sekundarstufen I und II sowie in einer Berufsschule evaluiert. Durchgeführt wurde das Projekt von Mitgliedern der SchülerInnenkammer Hamburg sowie der GEW Hamburg. Basis der Evaluation waren Fallstudien an den einzelnen Schulen.
Bastian, Johannes, Combe, Arno, Langer Roman: Feedback-Methoden. Erprobte Konzepte, evaluierte Erfahrungen. Weinheim, Basel, Berlin 2003 (2. erw. Aufl. 2005).
Arno Combe: Professionalisierung und Schulentwicklung im Lichte der Bildungsgangforschung. In: Barbara Schenk (Hg.): Bausteine einer Bildungsgangtheorie. Wiesbaden 2005 (Studien zur Bildungsgangforschung) S. 69ff.
Bastian, Johannes, Combe Arno: Feedbackarbeit und Individualisierung. Zum Wechselverhältnis zweier Lehr-Lern-Formen. In: Ingrid Kunze/Claudia Solzbacher (Hg.): Individuelle Förderung in der Sekundarstufe I und II. Hohengehren 2008 S. 173 - 180.
Bastian, Johannes/Combe, Arno: Feedback tut not! Differenzierte Lehr-Lern-Formen brauchen das methodengeleitete Gespräch über Unterricht. In: Friedrich Jahresheft, Seelze, 2008, S.118 f
Bastian, Johannes: Feedbackverfahren. In: Bohl, Holtappels, Helsper, Schelle (Hg.): Handbuch Schulentwicklung. Bad Heilbrunn 2010 (in Vorb.)
1998 - 2000 Leitung des Projekts: Schulentwicklung und Wandel der pädagogischen Arbeit Förderumfang ca. € 26.000,-
In diesem Schulbegleitforschungsprojekt wurden Schulentwicklungsprozesse an sechs Hamburger Schulen aller Schulformen evaluiert. Basis der Studie waren Unterrichtsbeobachtungen, die Dokumentationen von Konzeptgruppensitzungen und Interviews mit den Schulleitungen. Ergebnis der Studie waren empirisch fundierte und praxisnahe Vorschläge für die Gestaltung von Schulentwicklungsprozessen vor allem unter den Aspekten Unterrichtsentwicklung, Teamentwicklung, Schulprogrammarbeit sowie Aufgaben der Schulleitung, der Schulaufsicht und der Schulbehörde.
Arnold, Eva; Bastian, Johannes; Combe Arno; Schelle, Carla; Reh, Sabine: Schulentwicklung und Wandel der pädagogischen Arbeit. Hamburg 2000.
Bastian, Johannes/Combe, Arno/Reh, Sabine: Professionalisierung und Schulentwicklung. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 5. Jg. Heft 3/2002, S. 417 – 435.
Arnold, Eva/ Bastian, Johannes/ Reh, Sabine: Spannungsfelder der Schulprogrammarbeit . Akzeptanzprobleme eines neuen Entwicklungsinstruments. In: Holtappels, Heinz-Günter (Hg.): Schulprogramme – Instrumente der Schulentwicklung. Konzeptionen, Forschungsergebnisse, Praxisempfehlungen. Weinheim und München 2004, S. 44 – 60.
1993 – 2000 Leitung des KMK Schulversuchs: Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe an der Max-Brauer-Schule Hamburg (gemeinsam mit Prof. Gudjons und Prof. Combe) Förderumfang ca. € 175.000,-
Teilprojekt 1: Auswirkungen von strukturellen Rahmenbedingungen auf das Handeln von Lehrerinnen und Lehrern in Schulentwicklungsprozessen.
Teilprojekt 2: Kompetenzentwicklung von Schülern in fächerübergreifenden und individualisierten Lernarrangements
Teilprojekt 3: Professionalisierung von Lehrern in fächerübergreifenden und individualisierten Lehr-Lern-Formen
In diesem Schulbegleitforschungsprojekt – einem der ersten empirischen Forschungsprojekte zu systematischen Schulentwicklungsprozessen – wurde die grundlegende Umwandlung der gymnasialen Oberstufe einer Gesamtschule evaluiert. Entwickelt, erprobt und implementiert wurde der Prozess einer Neugestaltung der Arbeit in den Jahrgänge 11 – 13 durch das Lernen in fächerübergreifenden Profilen, d.h. in dauerhaften Verbindungen von Kursen. Themen dieses Entwicklungsprozesses waren selbständiges und eigenverantwortliches Lernen in konstanten und fächerübergreifenden Lernverbünden und Lehrerkooperation in Teams.
Bastian, Johannes; Combe, Arno; Gudjons, Herbert; Herzmann, Petra; Rabenstein, Kerstin: Profile in der Oberstufe. Hamburg 2000.
Schnack, Jochen: Systemzwang und Schulentwicklung. Hamburg 1997 (eine in diesem Projekt betreute Promotion).
Herzmann, Petra: Professionalisierung und Schulentwicklung. Eine Fallstudie über veränderte Handlungsanforderungen und deren kooperative Bearbeitung. Opladen 2001 (eine in diesem Projekt betreute Promotion).
Rabenstein, Kerstin: In der gymnasialen Oberstufe fächerübergreifend lehren und lernen. Opladen 2003 (eine in diesem Projekt betreute Promotion).
Bastian, Johannes; Combe Arno: Fallorientierte Schulentwicklungsforschung: Der Schulversuch „Profiloberstufe“. In: Klaus-Jürgen Tillmann, Witlof Vollstädt (Hrsg.): Politikberatung durch Bildungsforschung. Das Beispiel Schulentwicklung in Hamburg. Opladen 2001, S. 271 – 288.
Arbeitsstelle für Schulentwicklung und Schulentwicklungsforschung (AfS)
Die Arbeitsstelle Schulentwicklung und Schulentwicklungsforschung wurde im Juni 1999 eingerichtet. Ihr Ziel ist, Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zu schaffen, die sowohl innerhalb des Fachbereichs als auch universitätsübergreifend die verschiedenen Ansätze und Arbeiten zur Schulentwicklung mit einander vernetzen. AfS